Serge Gnabry zog nach innen, schloss ab und hatte die Hundert voll. Sein 100. Bundesligator brachte Bayern am Sonntag in Freiburg mit 2:0 nach vorne. Es hätte der ruhige Mittelpunkt eines souveränen Auswärtssiegs werden können. Stattdessen wurde aus der schönen Zahl beim 3:1 am 25. Oktober 2026 noch eine Erinnerung daran, wie lange eine scheinbar klare Partie offenbleiben kann.
Die Hundert kommt aus einer kurzen Verbindung
Gnabry brauchte für seinen Treffer keinen langen Anlauf durch die ganze gegnerische Hälfte. Die Verbindung mit Brown auf der linken Seite genügte, um Bewegung in Freiburgs Abwehr zu bringen. Nach dem Zusammenspiel zog er nach innen und brachte den Ball aus spitzem Winkel an Mio Backhaus vorbei. Ein Abschluss mit wenig Platz, aber einem klaren Ziel. Genau solche Aktionen fühlen sich für einen Angreifer besonders wertvoll an: Der Raum ist eng, trotzdem reicht der entscheidende Moment.
Mit diesem Ball im Netz stand die Marke von hundert Bundesligatoren fest. Für die Partie hatte der Treffer zugleich eine sehr unmittelbare Bedeutung. Bayern führte nun mit zwei Toren. Freiburg musste mehr riskieren, während die Münchner zumindest auf dem Papier eine Antwort auf einen möglichen Rückschlag besaßen. Gnabrys persönliche Zahl und die Mannschaftsaufgabe fielen zusammen. Sein Tor schmückte den Nachmittag nicht bloß aus, sondern verschaffte Bayern jene Reserve, die später noch gebraucht wurde.
Zuvor war ein Verteidiger unterwegs gewesen
Den ersten Vorsprung hatte Dayot Upamecano hergestellt. Er gewann den Ball nahe dem eigenen Strafraum und setzte seinen Weg nach vorne fort. Über Konrad Laimer und Michael Olise bekam er ihn wieder, dann traf er selbst. Das war kein beiläufiger Ausflug eines Innenverteidigers. Der Lauf verband die erfolgreiche Abwehraktion direkt mit einem Abschluss am anderen Ende. Für Freiburg entstand ein zusätzlicher Gegenspieler, der sich nicht mit dem ersten sicheren Pass zufriedengab.
Gnabrys Treffer ergänzte diesen Auftakt auf ganz andere Weise. Bei Upamecano blieb die Länge des Weges im Kopf, bei Gnabry die Enge vor dem Abschluss. Beide Male kam Bayern durch das Zusammenspiel weiter. Zur Pause stand es 2:0, und es hatte weitere Möglichkeiten gegeben. Harry Kane und Saibari gehörten zu den Spielern, die für Gefahr sorgten. Doch das nächste Münchner Tor fiel zunächst nicht. Aus einer guten Ausgangslage wurde deshalb noch keine vollständig erledigte Aufgabe.
Plötzlich zählt jeder Ball in Richtung Tor
Als Tom Bischof später ins eigene Netz traf, war die beruhigende Reserve aufgebraucht. Freiburg lag nur noch 1:2 zurück. Für die Zuschauer änderte sich mit einem Schlag die Wahrnehmung: Ein Ball in den Strafraum war jetzt nicht mehr nur ein weiterer Angriff, sondern konnte den Vorsprung auslöschen. Bayerns zwei Treffer aus der ersten Hälfte standen noch immer da, wirkten aber längst nicht mehr so schwer wie beim Gang in die Kabine.
Jonas Urbig hielt den Abstand fest. In der Schlussphase waren seine Paraden wichtig, auch gegen einen Kopfball von Matthias Ginter. Der Torwart musste liefern, während vor ihm die Minuten kleiner wurden. Wer Gnabrys Jubiläumstor feiert, darf diese Szenen mitdenken. Die Hundert blieb Teil eines Sieges, weil Bayern nach dem Gegentreffer nicht auch noch den Ausgleich kassierte. Der Nachmittag brauchte neben den gelungenen Kombinationen eben auch jemanden, der einen gefährlichen Ball im richtigen Moment abwehrte.
Erst Olise beendet das Warten
Michael Olise sorgte schließlich für das 3:1. Backhaus verlor den Ball weit vor seinem Tor, Olise nutzte die Situation. Damit hatte der Franzose nach seiner Beteiligung am Führungstreffer auch das letzte Wort. Die Münchner blieben mit siebzehn Punkten an der Tabellenspitze. Vor allem konnten sie nun den Teil des Spiels genießen, der zwischendurch fast hinter der Sorge um den Vorsprung verschwunden war: Gnabrys Treffer und die erreichte Marke von hundert Toren.
Für kühle Spieltage lässt sich das Bayern-Heimtrikot 2026/27 mit langen Ärmeln als Teil des eigenen Fanoutfits ansehen. Wer Olises Anteil an diesem Auswärtssieg besonders im Kopf behält, findet auch die Spielerversion des Heimtrikots mit Olise 17. Die Erinnerung an Freiburg ist damit allerdings noch nicht erzählt. Sie steckt in Gnabrys kurzer Bewegung nach innen, in Urbigs späten Eingriffen und in dem Augenblick, als das dritte Tor endlich klarstellte: Diese Hundert wird zusammen mit drei Punkten gefeiert.